Erfolgreich durch die Klausurenphase

Quick Guide Klausurenphase

Deine Erfolgschancen für eine gute Klausurenphase hängen, neben deiner Begabung für das Studienfach, von zwei essentiellen Dingen ab:

Erstens: von deiner Selbstdisziplin das Notwendige zu tuen um gut vorbereitet in die Klausuren zu gehen. Wenn Du es schaffst 6-8 Stunden am Tag konzentriert mit ausreichend Pausen und den richtigen Lernmethoden zu lernen, dann ist das meist schon die halbe Miete.

Zweitens: von deiner Vorbereitung rechtzeitig, im Idealfall schon während des Semesters, die Vorlesungsinhalte aufzuarbeiten und am Ball zu bleiben. Es gibt leider kein Geheimrezept mit dem Du eine mangelnde Selbstdisziplin oder einen verschlafenen Semesterstart aufholen kannst.

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Vorbereitung auf das Semester

Ich weiß noch ganz genau, dass uns im ersten Semester folgendes eingebläut worden ist: „Wenn Ihr am Anfang eures Studiums freiwillig Kurse in ein späteres Semester schiebt, dann baut sich alles wie ein Schneeball auf und Ihr kommt unter die Räder“. Tatsächlich habe ich beides gesehen. Einige Kommiliton*innen die im 5. Semester den 3. Versuch auf eine Orientierungsprüfung nicht schafften und somit für das Studium und landesweit auf ähnliche Studiengänge gesperrt waren. Aber auch Draufgänger, die zweimal die Mathevorlesung auf das letzte Semester geschoben haben um auf einen anderen Professor mit deutlich einfachen Prüfungen zu spekulieren… und sogar damit durchgekommen sind!

Letztlich legst Du mit dem Kursplan deines Semesters den Erfolg deines Semesters und deiner Klausuren fest. Einen guten Anhaltspunkt bietet der Studienplan an den Du dich, wenn möglich, halten solltest. Beispielsweise sind darin schon aufeinander aufbauende Kurse eingeordnet, Pflichtmodule sowie Kurse der Orientierungsprüfung gekennzeichnet. Versuche in den ersten Semestern wirklich die wichtigen Prüfungen zu bestehen, denn hier geht es, meines Erachtens nach, mittlerweile allzu sehr um das Aussieben des zu großen Studienandrangs. Wenn du relativ frei deine Semester einteilen kannst und ähnlich wie im Diplom keinen Zeitdruck hast, dann solltest Du versuchen ungefähr 30 ECTS pro Semester zu erreichen, was einem durchschnittlichen Semester in Regelstudienzeit entspricht.

Vorbereitung auf die Klausuren

Für die Klausurenphase hat so jeder sein eigenes Spezialrezept. Einige Tipps und Tricks, die mir persönlich sehr gut geholfen haben um mich auf meine Klausuren vorzubereiten waren:

Mindset: Mach dir bewusst: „Es ist nicht so schlimm und es ist nur so viel Stress, wie Du dir selbst Stress machst“. Andere sind auch in der gleichen Situation und letztlich wird dich nur eine gute und disziplinierte Vorbereitung durch die Klausurenphase bringen. Hier findest Du eine tolle Auswahl an Büchern um dich mental zu stärken.

Übungsblätter und Altklausuren: Für viele Vorlesungen gibt es Übungen, Tutorien und Altklausuren. Für mich ist das ist eine der besten Methoden sich den Stoff zu verinnerlichen und mich auf die Klausur vorzubereiten. Vor allem wenn der Prof auch die Altklausur gestellt hatte, denn manchmal können sich Konzepte und Aufgaben doch sehr stark ähneln.

Terminplanung: Eine sehr einfache aber wirkungsvolle Methode. An vielen Unis gibt es mehrere Prüfungstermine, meist am Anfang, am Ende oder während den Semesterferien. Hier kann es sinnvoll sein, dass Du 1-2 weniger wichtige Klausuren in den Nachtermin schiebst. Wichtig, nicht ins nächste Semester oder Jahr! Bitte beachte, dass man bei einigen Kursen für die erste Klausur angemeldet sein musste um an der zweiten teilzunehmen, das würde dich dann einen Prüfungsantritt kosten.

Studiengruppen: Vor allem in Fächern, in denen es nicht ums Auswendiglernen geht sondern um das Verstehen der Themen wie in Mathe, Physik, VWL kann es Sinn machen mit einigen Freunden zusammen zu lernen. Wichtig hierbei ist, dass alle am gleichen Strang ziehen und sich einige wenige nicht auf den Leistungen der Gruppe ausruhen. Mit einer guten Gruppe kommst Du echt weit, während eine schlechte Gruppe dich stark ausbremsen kann. Wenn Du das Gefühl hast, dass dich deine Kommiliton*innen zurückhalten, dann solltest Du definitiv vorwiegend für dich lernen.

NICHT in die Bib gehen: Ganz neues Konzept… Ich weiß bis heute nicht, warum man laufend in die Bib geht. Es sind immer viele Leute dort, irgendjemand spricht die ganze Zeit und es gibt immer ein paar Mädels, die mit ihren Hackenschuhen alle paar Minuten durch die Gegend laufen. Klar war ich auch ab und zu mal in der Bib, aber halt mit dem Fokus mal meine Freunde zu treffen. 

Zuhause lernen: Daheim zu lernen hat einige Vorteile, wenn Du diszipliniert genug bist und nicht zum dritten mal den Boden wischst oder die neue Staffel auf Netflix durschauen musst. Zum einen sparst Du dir die Wegzeiten von dir an die Bib und zurück. Das sind bei 30 Minuten einfacher Fahrt gleich mal eine Stunde am Tag, die Du für Sport, Essen oder eine Pause verwenden kannst. Zum anderen hast Du zuhause alles was Du zum Lernen brauchst und kannst schneller zwischen Lernen und Pause wechseln ohne dir einen neuen Platz suchen zu müssen. Das Treffen mit den Freunden würde ich ggf. eher auf den Abend verschieben, weil ab 20 Uhr bleibt nach einem ganzen Lerntag nur schwer was hängen.

Lernen lernen: Du musst für dich deine optimalen Lernmethoden finden. Während es für einige das stumpfe Abschreiben von Texten zum Auswendiglernen ist, so mache ich mir stichpunktartige Notizen um die Kernkonzepte zu verstehen und dann auch anwenden zu können. Ich habe dir eine Auswahl an Lernmethoden hier zusammengefasst.

Wie ich meine Klausurenphasen bestanden habe

Für mich ist es eine Sache die Klausuren zu bestehen und eine andere die Klausuren gut zu bestehen. Daher war mir seit dem ersten Semester wichtig mich gut auf die jeweiligen Fächer vorzubereiten. Ja vielleicht fällt es mir etwas einfacher auf naturwissenschaftliche Fächer wie Mathe zu lernen, dafür bin ich mir meiner Schwächen für das Auswendiglernen von BWL Fächern bewusst. So konnte ich die Workload ganz gut verteilen, indem ich Fächer, die mir sehr gut liegen, anderen Fächern in meiner Vorbereitung bewusst fokussiert habe. Denn für ich gab es die Möglichkeit nicht bestandene Klausuren am Ende der Semesterferien nachzuholen, weshalb ich mir auch einen Teil des psychischen Drucks nehmen konnte. 

Klar ist es eine ganz andere Situation, wenn Du ein Jahr lang auf dein Jura Staatsexamen lernst. Aber dann wäre dieser Blog auch nicht der richtige für dich, weil ich faktisch keine Tipps für das Auswendiglernen bieten kann 🙂 Für mich geht es immer um das Verstehen der Vorlesungsinhalte… warum ist das so und so und nicht anders? Dann bleibt für mich am meisten hängen und bin auch gut auf die Transferaufgaben vorbereitet, die den Unterschied zwischen einer sehr guten und einer guten Benotung machen.

Auch habe ich nicht 24 Stunden 7 Tage die Woche gelernt. Mir war immer wichtig genügend Zeit zur Erholung, Sport und gutes gesundes Essen (sehr wichtig!) einplanen zu können. Daher sieht für mich ein klassischer Lerntag vor den Klausuren so aus:

  • Um 8 Uhr morgens aufstehen & Frühstück, da ich gemerkt habe, dass ich durch das Ausschlafen tagsüber besser lernen kann.
  • Drei Lernintervalle á 45 Minuten Lernen und 15 Minuten Pause 
  • Eine bis zwei Stunden Mittagessen
  • Zwei Lernintervalle 
  • Eine Stunde Sport, Yoga oder Spazieren gehen
  • Zwei Lernintervalle
  • Abendessen mit der WG oder Freunden

Es sieht nicht nach viel aus, ist aber sehr effektiv. Vor allem die Pausen und Unterbrechungen für den Sport helfen mir mich zu sammeln und auf die wichtigen Aufgaben zu konzentrieren. Weil irgendwann geht einfach nichts mehr in den Kopf, also warum nicht eine Pause einlegen und frisch weitermachen? Leider gibt es keine Geheimtipps für die Klausurenphase außer gute Vorbereitung und ein hohes Maß an Selbstdisziplin.

Viel Erfolg bei deinen nächsten Prüfungen!

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