Checkliste für dein Auslandssemester

Warum benötige ich eine Checkliste?

Es ist sinnvoll sich früh Gedanken um sein Auslandssemester zu machen und eine To-do oder Checkliste anzulegen. Nicht umsonst gibt es jedes Jahr einige Studierende, die zum Bewerbungsschluss den Sprachnachweis noch nicht vorweisen können oder das Motivationsschreiben in der falschen Sprache abgeben. Das ist ärgerlich aber leider oft auf eine ausbaufähige Selbstorganisation zurückzuführen.

Auch weiß ich aus eigener Erfahrung, dass eine Checkliste das nebulöse Thema Auslandssemester vereinfacht und die wichtigsten Schritte in machbare Aufgaben herunterbricht. Dadurch wird ein Auslandssemester greifbarer und Du machst hoffentlich das Beste aus deinem Auslandsaufenthalt 🙂

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Vor der Bewerbung

Die Vorbereitung für das Auslandssemester beginnt schon lange vor deiner Bewerbung, eigentlich schon im ersten Semester. Hier solltest Du klären ob ein Auslandssemester für dich in Frage kommt, welche finanziellen Mittel Du aufbringen kannst und in welchen universitären Programmen Du dich einbringen möchtest. Vor allem mit der Mitarbeit an deiner Uni sammelst Du gute Bonuspunkte beim International Office. Je früher Du dich mit dem Thema Auslandssemester beschäftigst desto mehr Zeit hast Du die relevanten Referenzen zu sammeln um deine Bewerbungschancen zu erhöhen und die benötigten Sprachtests und Unterlagen zu bekommen. Vor allem solltest Du dich intensiv auf die Sprachtests vorbereiten, hier wird von einigen Austauschprogrammen eine Mindestanzahl an Punkten verlangt und die sind echt nicht einfach zu schaffen.

Das heißt Du musst, sollte es Teil der Bewerbung sein, dich unbedingt auf Tests wie den TOEFL oder IELTS Test vorbereiten! Für die Vorbereitung auf den TOEFL Test kann ich folgendes Buch*, von der Firma die den TOEFL Test stellt, und dieses Buch von Kaplan* empfehlen. Für die Vorbereitung auf den IELTS Test würde ich dir dieses Buch* von Kaplan empfehlen! Bitte beachte es sind Kurse zur Vorbereitung und Du erhältst hier kein Abschlusszertifikat, welches den letztlichen Test ersetzt. Allerdings ist eine gute Vorbereitung die Grundlage für ein gutes Resultat!

Um herauszufinden wohin die Reise genau geht empfehle ich immer eine Liste aller Kooperationsabkommen (oft findest Du diese auf der Homepage des IO) zu erstellen und die Länder sowie Unis nach eigenen Kriterien zu ranken. Für mich sind Aspekte wie das Land und die dortige Kultur, Ansehen der Uni und die benötigten Sprachkenntnisse wichtige Faktoren.

Behalte auch immer die Deadlines im Auge. So musst Du dich im Bachelor im 3. Semester für das 5. Semester als Auslandsaufenthalt bewerben, bzw. im 1. Master Semester für das 3. Auch haben die unterschiedlichen Programme und Kooperationsabkommen eigene Bewerbungsschlüsse. So kann das Austauschprogramm mit Kuba beispielsweise am 15. Dezember, das Programm mit Singapur am 12. Januar und die Universität in Südafrika am 23. Januar die Bewerbungsportale schließen. Die genauen Zeiten erfährst Du bei den Koordinatoren deines International Offices (IO) oder auf der Homepage deines IO.

Nach der Zusage deiner Heimuni

Gratuliere! Wenn Du von deiner Uni die (vorläufige) Zusage erhältst hast, dann Du schon mal den wichtigsten Schritt gemacht. Meist ist die Bestätigung der Partneruni nur eine Formsache, es sind aber auch schon Kandidat*innen abgelehnt worden. Daher solltest Du auch auf die finale Bestätigung aus dem Ausland warten.

Mit der Zusage erhältst Du eine Liste mit den nächsten To-Dos, das kann je nach Programm und Zielland unterschiedlich sein. Häufig beinhalten die nächsten Schritte ein Visum, Gesundheitsnachweise, Impfungen, eine Bürgschaft deiner Eltern oder eine Auslandskrankenversicherung. Hier erhältst Du allerdings von deinem IO detaillierte Auskünfte. Wichtig: Wende dich bei Fragen immer zuerst an das IO deiner Heimuni.

Auch solltest Du schon mal grob nach Flügen, einer Reisekreditkarte, einem Reiserucksack und einer Auslandskrankenversicherung suchen. Ich habe immer versucht den Reisezeitraum zu maximieren und so waren die Klausuren vor und nach dem Auslandssemester meist die begrenzenden Verpflichtungen.

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Nach der Zusage deiner Partneruni

Nachdem Du die Zusage von der Partneruni bekommen hast geht das Abenteuer erst richtig los. Auf jeden Fall solltest Du versicherungsseitig gut ausgestattet sein und alle notwendigen Dokumente vom Reisepass bis zum internationalen Führerschein zusammen haben. Hier findest Du eine kurze Liste der Dinge, die bei mir unbedingt mit müssen bzw. organisiert werden:
  • Wichtig: Reiseapotheke! Stell sicher, dass Du genug deiner Medikamente hast
  • Auslandskrankenversicherung* für Studierende!
  • Damit dir während dem Flug nicht langweilig wird: Meine Buchliste
  • Reisepass, Impfpass und internationaler Führerschein

Wie ich meine Auslandssemester vorbereitet habe

Ich konnte mir nie wirklich etwas unter einem Auslandssemester vorstellen. So dachte ich „ins Ausland kommen nur die mit den 1.0er Noten und perfekten Englischkenntnissen… und angerechnet werden einem die Noten ja eh nicht“. Deshalb hatte ich mich auch vier Semester nie näher zu dem Thema informiert. Auch gab es leider nur die Informationsveranstaltungen des International Offices um mich auf ein Auslandssemester vorzubereiten. Diese sind zwar recht informativ, allerdings fokussieren diese sich auf die Vorteile eines Auslandssemesters und starten daher inhaltlich meist mit der Zusage der Partneruni. Daher war ich für meine Bewerbung auf Tipps von Kommiliton*innen aus den höheren Semestern und auf die Fachschaften angewiesen. Das ging zwar auch ganz gut, allerdings hatte ich nie einen Ort an dem ich alles nochmal nachlesen konnte, mich informieren und vorbereiten konnte. Wahrscheinlich habe ich mir viel zu viele Gedanken gemacht, weil ich es halt auch nicht besser wusste.

Daher war die ganze Bewerbungsphase ein learning-by-doing und mit etwas Glück hatte es dann doch geklappt. Nur weniger Gedanken hätte ich mir machen können… Dazu mein Rat an dich: „Wenn Du alles getan hast was in deiner Macht steht, d.h. ein tolles Motivationsschreiben, einen überzeugenden Lebenslauf, generell gute Noten und sehr gute Ergebnisse bei deinen Sprachtests vorzuweisen hast und auch mal für deine Uni als Buddy für Incoming Students tätig warst, dann solltest Du auf die Entscheidung des IO vertrauen. Weil letztlich zählt das Gesamtbild und Du hast alles getan was Du konntest.“

Leider gibt es auch Unis die nur nach Notenschnitt auswählen, was ich #persönlicheMeinung „absolut kurzfristig gedacht“ finde. Als Austauschstudent*in bist Du wie ein Botschafter, der die Uni aber auch das Land repräsentiert. Folglich steht doch viel mehr der Mensch mit seinen Zwischenmenschlichen Fähigkeiten im Mittelpunkt. Was für einen Eindruck macht ein Student, der beispielsweise in Chile nur in seinem Zimmer sitzt und lernt? Ja garkeinen, weil der gewünschte Austausch der Kulturen und Studierenden halt einfach nicht so stattfinden kann. Ich persönlich würde viel lieber jemanden mit durchschnittlichen Noten irgendwo hinschicken der / die ein gutes Bild von der Uni und Deutschland vermittelt als jemanden sozial inkompetenten, der nur(!) gute Noten vorzuweisen hat. Ein kleiner Exkurs am Rande 🙂 

Glücklicherweise ist ein Auslandssemester wie eine längere Reise mit dem Unterschied, dass man einige Monate in der gleichen Stadt verbringt. So habe ich auch meine Auslandsstudien organisiert. Ich habe mir zuerst die verfügbaren Programme sowie die dazugehörigen Bewerbungsdeadlines organisiert. Dann nach dem Auswahlverfahren eine Liste mit Scoring angelegt: Diese Voraussetzungen erfülle ich, die Sprache kann ich oder interessiert mich, das Land interessiert mich, ich kann mir diesen Austausch voraussichtlich leisten. Ich würde dir auch empfehlen die Erfahrungsberichte der ehemaligen Austauschstudent*innen zu lesen! 

Als es dann an die konkrete Planung ging, war es doch relativ aufwändig. Zuerst habe ich die Einreisebestimmungen und die ungefähren Randdaten für meine Flüge abgesteckt. So konnte ich frühestens am 01.01.2015 in Australien einreisen weil ich noch meine Bachelorarbeit abgeben musste und ich ab da mein Zimmer im Studentenwohnheim beziehen konnte. Da ich am 31.12.2014 in München losgeflogen bin hatte ich zwar kein Silvester, aber dafür war der One-Way-Flug nach Adelaide mit 500 Euro super billig! Bleiben konnte ich solange bis mein Visum auf Anfang Oktober auslief und vielleicht wollte ich ja gleich den Master starten, aber das wollte ich mir erstmal offen halten.

One-Way Flüge sind, Angebote ausgenommen, meist teurer als Return-Flüge. Wenn man allerdings keine festen Verpflichtungen hat weswegen man zurück sein sollte, hat man damit mehr Freiheiten und kann sich überlegen direkt zurück oder mit Unterbrechungen zurückzufliegen. So bin ich beispielsweise aus Australien über die Philippinen und London, aus Taiwan über Thailand zurück geflogen; natürlich mit mehrtägigen Aufenthalten 🙂

Für Taiwan sah es etwas anders aus, da konnte ich erst Mitte August abreisen, weil ich mir noch einen Europatrip vorgenommen hatte 🙂 Da ich ein sehr günstiges Angebot von der mittlerweile insolventen AirBerlin ergattern konnte (300 Euro One-Way nach Singapur) ging die Reise erstmal von Berlin nach Singapur und dann einige Tage später nach Taipei. Dort musste ich zwischenzeitlich ausreisen, da man als Tourist nur ein 90 tägiges On-Arrival Visum bekommt und ich mir sowieso Hong-Kong und andere umliegende asiatische Länder ansehen wollte hatte das auch ganz gut gepasst. Eine Unterkunft habe ich mir bei einem privaten Vermieter über Airbnb organisiert.

Rückblickend fällt mir auch auf, dass ich viel zu viel dabei hatte. Daher findest Du hier meine Packliste. Denn zu viel will ja keiner schleppen.

Grundsätzlich gilt: Gute Vorbereitung ist alles! … und der Rest wird dann nur halb so wild 🙂

Viel Erfolg bei deiner Vorbereitung!

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