Was sind Bilaterale Partnerschaften?

Bilaterale Partnerschaften kurz erklärt

Bilaterale Partnerschaften sind kurz gesagt Austauschprogramme von Studierenden deiner Universität mit anderen Universitäten. Das heißt deine Uni schickt eine gewisse Anzahl an Studierenden an eine Partneruni und diese schickt eine ähnliche Anzahl an deine Uni. Meist werden die Programme mit Stipendien und vergünstigten Studiengebühren unterstützt um den internationalen Austausch anzuregen.

Sowohl beim Erasmus Programm als auch bei den Kooperationsprogrammen müssen gewisse Deadlines und Bewerbungsvoraussetzung erfüllt werden. Welche das sind erfährst Du in dem International Office deiner Heimuni.

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Worin unterscheiden sich die Kooperationsabkommen von einem Erasmus Programm?

Grundsätzlich unterscheidet sich für Dich ein Kooperations-Programm deiner Universität nicht grundlegend von einem Erasmus-Programm. Letztendlich ist ein bilaterales Kooperationsabkommen, also ein zweiseitiges Abkommen, eine Vereinbarung, dass deine Uni an die Partneruni Studierende ausleiht. Im Gegenzug darf die Partneruni selbst Studierende an deine Heimuni verschicken. Dazu stimmen sich die International Offices der beiden Universitäten eng ab. Der große Vorteil ist, dass Du in Deutschland meist keine Studiengebühren zahlst, im Ausland jedoch hohe Studiengebühren zahlen müsstest. Da Du einen Austauschplatz erhältst, zahlt sozusagen der Studierende der Partneruni weiterhin seine Studiengebühren dort und Du darfst davon an der Partneruni studieren. So würdest Du beispielsweise in Australien oder den USA mit 10.000 USD oder mehr je Semester nur an Studiengebühren rechnen müssen. Natürlich gibt es auch anderweitige Abkommen, dass Du nur zu vergünstigten Studiengebühren dort studieren kannst etc.

Wichtig ist zu beachten, dass es jedoch zur Anrechenbarkeit von Studienleistungen, den tatsächlichen Studiengebühren sowie der Förderfähigkeit und deren Höhe Unterschiede geben kann. Diese sind zu unterschiedlich und können sich zu oft ändern um diese hier aufzuführen. Daher bitte ich dich die jeweiligen Programme immer individuell für dich und deine persönliche Situation zu vergleichen!

Welche Vorteile bietet ein Bilaterales Partnerprogramm?

Ein Erasmus-Programm, sowie andere Auslandserfahrungen, bieten Dir zahlreiche Vorteile:

Querschnittskompetenzen: Laut einem Artikel der Welt sei es nachgewiesen, dass ein Auslandsaufenthalt einige soziale Kompetenzen wie Toleranz, Entscheidungsfreudigkeit und Selbstvertrauen stärkt. Obwohl viele Auslandsstudent*innen diese Fähigkeiten schon besäßen, liegt ihr Wert nach der Rückkehr um etwa 42 % höher als bei den Kommiliton*innen.

Jobchancen am Arbeitsmarkt: Für viele Arbeitgeber sind internationale Erfahrungen und „internationale Kompetenzen“ ein wichtiges Einstellungskriterium. Zufälligerweise liegt die Arbeitslosenquote fünf Jahre nach dem Abschluss von Erasmus-Studenten um 23% niedriger als bei Kommilitonen, die nicht ins Ausland gegangen sind.

Finanzielle Unterstützung: Für viele Studierende gibt es die Möglichkeit über die Uni oder unabhängige Institutionen auf finanzielle Förderung für den Studienzeitraum zu bewerben. Dabei muss immer individuell geprüft werden ob diese mit anderen Stipendien oder dem (Auslands-)BAföG kombinierbar sind.  

Studiengebühren: Je nach Programm bezahlst Du als Stipendiat keine Studiengebühren oder vergünstigte Studiengebühren im Gastland. Zum Vergleich in den USA oder Australien musst Du, wenn Du in keinem Kooperationsprogramm bist, mit einigen tausend USD pro Semester nur an Studiengebühren rechnen!

Studienleistungen anrechnen: Es ist immer ein großes Thema: „Kann ich mir meine Prüfungsleistungen anrechnen lassen?“ Das ist oft ein heikles Thema und meines Erachtens nach müssten die deutschen Universitäten hier den Studierenden mehr entgegen kommen. Was wie angerechnet werden könnte erfährst Du meist bei deinem IO oder dem Studiensekretariat.

Warum der internationale Studienaustaustausch so wichtig ist

Meiner Meinung nach sind diese bilateralen Kooperationsabkommen eine sehr wichtige Initiative. In einer Welt, die zunehmend mit den Auswirkungen des Klimawandels, einem aufkeimendem Nationalismus und einer sich spreizenden Schere zwischen Arm und Reich zu kämpfen hat brauchen wir genau diese Programme bei denen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Hintergründe zusammen kommen. Für mich sind diese Programme ein wichtiger Teil einer Medizin gegen Rassismus, Vorurteile und dem zunehmenden Egoismus unserer Gesellschaft.

Natürlich mache ich die Welt nicht besser, nur weil ich 6-12 Monate in einem anderen Land studiert habe. Aber welche Menschen werde ich kennenlernen? Welche Geschichten werden diese mir erzählen und welche werde ich selbst erleben? Ich selbst habe beispielsweise extreme Armut in Indonesien, den Philippinen und Marokko erlebt. Derartige Erfahrungen verändern Menschen und in vielen Fällen werden diese Erfahrungen, hoffentlich, zu besseren und nachhaltigeren Entscheidungen führen. Wir als Student*innen sind ein Teil der Zukunft von Morgen.

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